Die NABU-Fledermaustagung in Albig bot spannende und verständliche Einblicke in aktuelle Entwicklungen des Fledermausschutzes und zeigte die Bedeutung von Fledermäusen für Ökosysteme auf. Auch in diesem Jahr war Enviro-Plan mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort vertreten. Die NABU-Koordinationsstelle Fledermausschutz, deren Projektlaufzeit derzeit bis 2027 angesetzt ist, berichtete über ein wachsendes öffentliches Interesse an Fledermäusen, neben ihrer Rolle als nächtliche Insektenjäger wurden auch die besonderen Lebensraumansprüche dieser geschützten Tiergruppe thematisiert.

Fledermäuse und Windenergie – aktuelle Forschung in Rheinland-Pfalz

Ein zentraler Schwerpunkt der Tagung lag auf den Untersuchungen zu windkraftsensiblen Fledermausarten in Rheinland-Pfalz. Einige Fledermausarten reagieren besonders empfindlich auf Windenergieanlagen, da sie in deren Nähe jagen oder während ihrer saisonalen Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren durch diese Bereiche ziehen. Vorgestellt wurden aktuelle Forschungsergebnisse sowie neue technische Methoden zur Erfassung und Auswertung von Fledermausrufen, die helfen, Fledermausaktivitäten zuverlässig nachzuweisen und Schutzmaßnahmen zu verbessern.

Ausbildung und Artenschutz: BANU-Artenkennerprogramm

Ein weiterer Programmpunkt betraf das Artenkennerprogramm des Bundesweiten Arbeitskreises der staatlich getragenen Bildungsstätten im Naturschutz (BANU). Ab 2026 wird die Zertifizierung auch auf den Bereich der Fledermäuse ausgeweitet. Ziel ist es, Fachwissen zu vertiefen und qualifizierte Personen für die sichere Bestimmung und den Schutz von Arten auszubilden.

Schutz von Winterquartieren und Höhlenrettung

Große Bedeutung kam auch dem Schutz von Fledermaus-Winterquartieren zu. In diesen Quartieren, wie etwa Höhlen, Stollen oder Kellern, überwintern Fledermäuse in der kalten Jahreszeit. Regelmäßige Kontrollen dienen dazu, Störungen zu vermeiden und die Quartiere langfristig zu sichern. Da viele dieser Winterquartiere zugleich schwer zugängliche unterirdische Räume sind, wurde dieser Themenblock durch Informationen zur Höhlenrettung ergänzt. Dabei ging es um Sicherheitsaspekte sowie um das fachgerechte Vorgehen bei Rettungseinsätzen, bei denen der Schutz von Menschen und gleichzeitig die Schonung der Fledermäuse und ihrer Lebensräume gewährleistet werden muss.

Artenschutzprojekte und internationale Forschung

Mehrere Vorträge beschäftigten sich mit der Großen Hufeisennase, einer in Deutschland stark gefährdeten Fledermausart. Thematisiert wurden sowohl die Suche nach verschwundenen Beständen als auch laufende Wiederansiedlungsversuche. Zudem wurden Schutzmaßnahmen für eine Kolonie der Großen Mausohren vorgestellt, bei denen es insbesondere um den Schutz vor natürlichen Feinden innerhalb des Quartiers ging.

Den Abschluss der Tagung bildete ein eindrucksvoller Fotovortrag über Forschungsreisen in die Wüstenregionen Usbekistans, Turkmenistans und der Mongolei. Dort wird nach dem lange verschollenen Turkestan-Langohr (Plecotus turkmenicus) gesucht – ein Beispiel für die internationale Bedeutung des Fledermausschutzes.

Fazit

Die NABU-Fledermaustagung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und anspruchsvoll der moderne Fledermausschutz ist. Aktuelle Forschung, technische Entwicklungen und praktische Schutzmaßnahmen greifen dabei immer stärker ineinander. Die vorgestellten Projekte verdeutlichten, wie wichtig fundierte Datenerhebungen und fachkundige Auswertungen für den Erhalt der heimischen Fledermausarten sind.

Auch Enviro-Plan ist in diesem Bereich aktiv und führt entsprechende Untersuchungen durch. Dabei setzt Enviro-Plan auf die Nutzung und kontinuierliche Weiterentwicklung moderner technischer Methoden, um einen effizienten und zukunftsorientierten Artenschutz zu gewährleisten. Digitale Verfahren zur Erfassung und Auswertung von Artvorkommen, automatisierte Analysen sowie Systeme wie TrackIT werden fortlaufend optimiert und praxisnah eingesetzt. Gleichzeitig kommen auch neue und ergänzende Methoden zum Einsatz, etwa die Erfassung durch Artenspürhunde. Entsprechende Untersuchungen werden unter anderem zur Erfassung von Fledermausvorkommen, zur Bewertung von Lebensräumen sowie im Zusammenhang mit Infrastruktur- und Windenergieprojekten durchgeführt.

Der fachliche Austausch auf Veranstaltungen wie der NABU-Fledermaustagung liefert dabei wertvolle Impulse, um die eigenen Arbeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Fledermausschutz praxisnah, effizient und wissenschaftlich fundiert umzusetzen.

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